Immobilien Marktbericht
aus dem Berchtesgadener Land BGL
Nowak Immobilien AG in Berchtesgaden Marktbericht Berchtesgadener Land
Immobilien Marktbericht Herbst 2026 für das Berchtesgadener Land und Südostoberbayern
Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur eine soziale Frage, sondern auch ein Standortfaktor und wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit des Berchtesgadener Landes.
Die Immobilienmärkte in Südostoberbayern sehen sich schwierigen Rahmenbedingungen (Ukrainekrieg, Irankrieg uws.) ausgesetzt. Wieder steigende Zinsen, zunehmende regulatorische Anforderungen und ein spürbar verändertes Nachfrageverhalten stellen etablierte Modelle auf den Prüfstand.
„Besonders Erstkäufer und Haushalte mit begrenzten finanziellen Ressourcen sind von den verschärften Finanzierungsbedingungen betroffen und sind insgesamt von einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft geprägt“, so Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts.
(Foto: © Nowak Immobilien AG)
Verstärkt wird diese Entwicklung durch die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten, welche die Möglichkeiten zum Eigenkapitalaufbau zusätzlich einschränken. In Kombination mit einer erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheit führt dies zu längeren Entscheidungs- und Finanzierungsprozessen sowie einer insgesamt gedämpften Marktdynamik. Dahinter stecken kurzfristig gestiegene Finanzierungskosten und Zurückhaltung auf Käuferseite.
Eine wesentliche Herausforderung bleibt die realistische Preisfindung. Zahlreiche Verkäufer orientieren sich weiterhin an den Preisniveaus der zurückliegenden Boomjahre und berücksichtigen die veränderten Marktrealitäten nur eingeschränkt. Dies führt vielfach zu langwierigen Vermarktungsprozessen, intensiven Preisverhandlungen sowie einem erhöhten Angebot insbesondere älterer Bestandsimmobilien, so die Aufsichtsratsvorsitzende Ursula Hölzl der Nowak Immobilien AG.
Die leicht anziehende Nachfrage wurde durch verschiedene Faktoren gestützt – unter anderem durch den Wunsch vieler Haushalte nach inflationssicheren Sachwerten und staatlichen Förderprogramme für energetisches Bauen und Sanieren. Die staatlichen Förderprogramme stehen gerade auf dem Prüfstand und niemand weiß, welche Förderungen es künftig geben wird, so der Immobilienexperte Armin Nowak.
Ein neues Interview mit Wohnungsmarktexperte Reiner Braun vom Forschungsinstitut Empirica zeigt die Ursachen der anhaltenden Wohnungsnot auf und warum der Mietwohnungsmarkt feststeckt. Folgende Schritte wären notwendig, um das Mietniveau langfristig senken könnten. Er erklärt, dass die hohen Mieten vor allem aus einem über viele Jahre gewachsenen Nachfrageüberhang entstehen. Zu wenig Bauland, lange Genehmigungswege und strenge Vorgaben bremsen den Neubau zusätzlich. Gleichzeitig klafft die Lücke zwischen Neuvertrags- und Bestandsmieten immer weiter auseinander. Es entsteht der sogenannte „Lock-in-Effekt“. Ist die Kluft zwischen Bestands- und Neuvertragsmieten sehr groß, wollen immer weniger Mieter umziehen und bleiben in ihren Wohnungen, auch wenn diese nicht mehr zu ihren Bedürfnissen passen.
Stand: 10.08.2026
Zur sofortigen Veröffentlichung. Abdruck honorarfrei. Belegexemplar erwünscht. Der Marktbericht erscheint alle sechs Monate neu.